Kamin ausbrennen

Russ – Feind von Ofen und Kamin

Es gibt vier verschiedene Arten von Ruß:
Staub- oder Flockenruß
Schmierruß
Hartruß
und Glanzruß

Der gefährlichste dieser vier Rußarten ist der Glanzruß. Er entsteht bei schlechtem Schornsteinzug, langen Rohren und beim Verbrennen von feuchtem Holz. Glanzruß ist so hart, daß man ihn nicht mit den üblichen Reinigungswerkzeugen entfernen kann. In ländlichen Gebieten, in welchen zudem viel geräuchert wird, ensteht viel Glanzruß durch kalten Rauch. Es ist die Pflicht – und die Sicherheit des Kaminofenbesitzers – des Schornsteinfegers kehrpflichtige Anlagen (z. B. fuchs, Kanal, Räucherkammern, Schornsteine) durch das Ausbrennen von Glanz, Schmier- oder auch Hartruß zu befreien und zwar bevor sich diese selbst entzünden können.

Ausbrennarbeiten dürfen nur von einem Schornsteinmeister ausgeführt werden. Der Zeitpunkt des Ausbrennens ist dem Gebäudeeigentümer oder dessen Beauftragten und der Ortspolizeibehörde oder der Feuerwehr zu melden. Beim Ausbrennen von Schornsteinen sind Scheunentore in der Umgebung wegen Funkenflug und Brandgefahr zu schließen. Vor dem Ausbrennen ist die kehrpflichtige Anlage auf Brandgefahr zu überprüfen. Schornsteine müssen von jeder Seite und in jedem Stockwerk, welches “durchfahren” wird, eingesehen werden.

Sinnvoll ist es zuweilen einen Eimer Wasser auf den Speicher zu stellen. Bei zu kalter kalter oder zu warmer Witterung oder auch starkem Wind, sollte man nicht ausbrennen. Sind aber die Grundvoraussetzungen fürs Kamin ausbrennen erfüllt, so kann losgelegt werden: Ausgebrannt wird mindestens vom unteren Reinigungstüchen. Bei zu starker Glanzrußproblematik ist jedoch zu empfehlen, zuerst den Schornstein von dem oberen Reinigungstürchen aus anzubrennen, damit der Schornstein oben frei ist und die Rauchgase von unten einwandfrei abziehen können.

Im Notfall wird das untere Reinigungstüchen geöffnet, und mit dem Ausbrenngerät, das vorher auf Druck gepumpt wurde (ca. 4-5 atü) an die entsprechende Stelle gehalten, bis der Glanzruß, Schier- oder Hartruß entzündet. Der Glanz-, Schmier- oder Hartruß brennt dann von alleine nach oben weiter. Hierbei können Temperaturen von 1200-1400 Grad entstehen. Deshalb müssen Schlotfeger, Kaminkehrer oder Schornsteinfeger auch sehr genau auf die Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften achten.

Während des Ausbrennens und danach ist die kehrpflichtige Anlage vom Schornsteinfegermeister auf Brandgefahr zu überprüfen. Nach dem auskühlen der kehrpflichtigen Anlage ist diese mit den Kehr- und Reinigungsgeräten vom Schornsteinfeger zu reinigen.