Der Traum vom Holzofen

Als Städter habe ich mich ganz vorsichtig dem Thema heizen und backen mit Holz genähert. Hier, wie bei so vielen anderen Dingen, war schon immer eine Faszination vorhanden, aber keinesfalls das Wissen ob diese Begeisterung bei mir langfristig vorhanden bleibt.

Als arme Wühlmaus – Kirchenmäuse sind reicher, die hätten noch am Opferstock zu knabbern – habe ich vom Hausbesitzer einen Kaminofen aus dem Baumarkt bekommen. Ja, er erfüllt seinen Zweck ……. aber ……… bereits nach kurzem waren die Platten im Ofeninneren gebrochen …..

Bei einem Fabrikat, welches höherwertig ist wäre mir das nicht so schnell passiert. Beim Kaffeeplausch mit meinem Schornsteinfeger durfte ich erfahren, dass oftmals große, namhafte Produzenten spezielle Baumarktserien anfertigen, die dann wohl den “großen Namen haben” aber im Innenleben keinesfalls mit der Original-Namen-Qualität übereinstimmen.

So wurde nun mein Traum zum Alptraum in Hohenlohe: kein Ofensetzer/Ofenbauer/Ofenstudio war willens die bei mir im Haus befindlichen Holzöfen in Stand zu halten. Mulfingen, Assamstadt, Künzelsau – ich habe die Region abgeklappert. Mal hörte ich “im Haus des Kunden wird so und so nichts repariert, Baumarktmodelle grundsätzlich so und so nicht;  Wamsler Öfen auch nicht….” So lief das Spiel bis ich den Mut fand einen Freund zu befragen. Ihm war es wohl schon ähnlich gegangen… Seine Worte waren: “Klar helfe ich Dir, ich kenne das: verkaufen wollen alle, aber wenn es um die Wartung geht”.

Also immer im Vorfeld die Details zur Gewährleistung regeln – immer vorher klären, ob später eine Reparatur der Schamottsteine vom Verkäufer übernommen wird. Da diese Steine einer sehr hohen Temperatur ausgesetzt sind (und auch dem drücken und pressen von Holz in den Ofen) ist das nämlich alle paar Jahre fällig!!!

Im letzten Winter hatte es oftmals bei mir Außentemperaturen von minus 20 Grad und die beiden Öfen waren gnadenlos überfordert und mein Berg an Decken wuchs gehörig. Ich habe nun eine weitere Möglichkeit im Arbeitszimmer zum stellen eines weiteren Holzofens entdecken können. Eigentlich, ja eigentlich sollte ich schnell etwas gegen Kälte tun, denn das letzte Jahr war sehr schwer. Aber … nicht wieder ein Baumarktprodukt …. Selbst wenn ich lange sparen und knausern muss, bis ich mir das leisten kann, was wirklich ein wärmespendender Ofen ist ….

dkkasNicht trennen würde ich mich von diesem alten Beistellherd, der Mitte der 60er Jahre produziert wurde, denn das war wirklich Wertarbeit und genauso heizt er auch noch heute – aber er bäckt und bekocht mich auch genial.

Immer wieder muss ich feststellen, dass ich wenig weiß und noch so viel zu beachten ist beim Heizen mit Holzöfen. Über die Reinigung konnte ich mehr erfahren als ich seither wusste, über die Pflegemittel, die ich innerhalb meiner ländlichen Region nicht so einfach mal im vorbeigehen mitnehmen konnte und die ich nun über das Internet beziehe, alle diese Dinge sind so viel an Informationen geworden, dass hier in Bälde ein paar neue Kategorien erscheinen werden.

Brennmaterial – was habe ich jetzt alles im Haus, denn “nur” mit Holz ist es einfach nicht getan! Jede Temperatur hat das geeignete Brennmaterial. Ideal ist Holz in der Übergangszeit, bei Extremtemperaturen helfen Rindenbriketts, die auch über eine Nacht durchhalten. Holzbriketts und Kohlebriketts sorgen dafür dass auch morgens noch eine Restwärme und Glut vorhanden ist, die das anschüren leichter macht.

Ohne Kaminbesteck geht meiner Meinung nach so und so nichts, selbst dann, wenn normalerweise ein Schürhacken genügen würde. Mit ihm kann das Holz sehr wohl von a nach b gelegt werden, wenn ich aber den Ofen sauber machen will, dann hilft mir die Schaufel die restliche Asche unter den Rost zu bekommen.

In diesem Sinne würde ich mich freuen, wenn der/die eine oder andere ihren “Traum” ebenso verwirklichen kann wie ich. Ohne aber aus den Augen zu verlieren, daß es harte Arbeit sein kann mit Holz zu heizen!